Kennst du diese dunkeln Tage, an denen du am liebsten im Bett bleiben möchtest und einfach nix hören möchtest, niemanden sehen, keine Verantwortung für irgendetwas auf der Welt übernehmen, Tage an denen du einfach nur RUHE haben möchtest? Solche Tage, an denen einfach alles irgendwie schief läuft:

Du verschläfst, bist mies gelaunt, weil du dich jetzt hetzen musst, um noch pünktlich zur Arbeit zu kommen… du setzt dich selbst unter Druck, weil du meinst, dass es jetzt noch klappt, pünktlich zu sein, indem du alles gibst. Dabei bist du fix und fertig. Ausgelaugt. Am Limit. Und dementsprechend funktioniert es auch nicht. Da fährt plötzlich der Müllwagen vor dir, und bremst dich aus, weil der Gegenverkehr ein Überholen nicht zulässt. Oder du hast einen wichtigen Termin, musst aber noch kurz was anderes erledigen, und kannst dann die Zeitvorgabe nicht einhalten, obwohl es dir wichtig ist, zuverlässig & pünktlich zu sein?

Es gibt Momente im Leben eines jeden Menschen, die einfach etwas traurig sind. Oder unangenehm, niederschmetternd auf welche Weise du es auch immer bezeichnen möchtest!

Immerzu streben wir alle an, glücklich zu sein. Es gilt als höchste Priorität sich ordentlich zu benehmen, höflich zu sein. auch wenn man sich gerade einfach ganz anders fühlt, wird von uns und der Umwelt nahezu erwartet, zu funktionieren. 

Wenn ein Kind einfach weint, weil es traurig ist, dann ist das nicht wirklich für jeden akzeptabel. Mütter fühlen sich an der Kasse unwohl, wenn die Kinder weinen. Hilflos sind sie der Bewertung Fremder ausgeliefert.

„Hat das Kind Hunger oder ist etwa müde?“ Nein, es ist einfach nur traurig. Traurig,weil es die Trauer und den Schmerz die Fremde mit sich herumtragen wahrnimmt und darüber weinen muss.

Es muss nicht mit irgendetwas abgelenkt oder beschäftigt  werden, damit es nicht mehr traurig ist. Es will einfach nur noch RUHE von all den Dingen, die es hier sieht, riecht, hört und fühlt. Reizüberflutung. 

Kummer und Traurigkeit gibt es auch bei Kleinkindern. Nicht nur die Zähne schmerzen…! Dass unsere Tochter viel mehr möchte, als sie körperlich im abstände ist, bringt sie zur Verzweifelung. Wenn Sie Dinge noch nicht darf, obwohl sie meint alt genug dafür zu sein, dann bringt sie das an Ihre Grenze.

Wenn unsere Tochter weint und traurige Momente hat, weil sie etwas auf dem Herzen hat (und sie ist gerade Mal 2Jahre alt, aber sie hat ein sehr feinsusgeprägtes Seelenleben) dann gebe ich ihr Raum, indem ich für sie emotional da bin. Ich nehme sie in den Arm, frage, bist du traurig und gebe ihr Halt, bis sie sich ausgeweint hat. Es geht nicht unbedingt darum das WARUM abzuklären. Es geht um das WIE. Ja, du bist jetzt traurig, lass es raus, gleich fühlst du dich wieder besser.

Und es ist okay, auch wenn es mich selbst teilweise zu Tränen rührt. Es führt mich  immer zu meiner eigenen Traurigkeit. Sie hält mir einen Spiegel vors Gesicht. 

Denn jeder hat hin und wieder diese dunklen Momente im Leben, wo wir entweder total aufgebracht und wütend sind oder uns schlichtweg  zum Heulen zu Mute ist. 

In unserer Gesellschaft ist dies aber nach wie vor inakzeptabel, seine eigenen Gefühlsausbrüche zuzulassen. Warum können wir mit Glück & Freude umgehen, aber mit den düsteren Emotionen der anderen nicht? Berührt uns das etwa zu stark?

Alle Gefühlsfacetten sind ein Teil des großen Ganzen. Wenn wir uns traurig fühlen, können wir später auch wieder einen Lichtstreifen der Freude am Horizont sehen und dann wieder zu den positiven Emotionen gelangen. Wenn wir aber stattdessen unsere traurigen Momente mit Ablenkung und/oder Unterdrückung begegnen, dann schneiden wir einen Teil unserer Gefühlswelt von uns selbst ab. 

Früher habe ich wenn ich traurig war zu Schokolade gegriffen- Frustgefressen und das zeigte sich dann auf den Hüften. Denn der Trostspender Schoki ist nur ein Ersatz. Er sorgt für kurzes Glück auf der Geschmacksebene, spätestens wenn die Hose dann zu eng wird, kehrt erneut Traurigkeit ein. Ein Kreislauf des Grauens sage ich Euch. Als Kind übergewichtig zu sein, war das Schlimmste in meinem Leben.      Es macht einfach nur traurig.

Auch heute noch habe ich solch düstere Tage, ohja. Gefühlsmenschen wie ich , kennen das gewiss zu Genüge. Himmelhochjauchzend-zu Tode betrübt. So ist es einfach. Wichtig ist, wie du damit umgehst. 

Oftmals werden bei mir die düsteren Momente  durch unausgesprochene oder ausgesprochene Gefühle anderer Menschen ausgelöst. Wenn jemand anderes sich nicht gut fühlt, dann schwinge ich mich darauf ein, obwohl es nicht meine Baustelle ist. Mich können Kleinigkeiten herunterziehen, tragisch aber wahr. Diesbezüglich arbeite  ich an mir selbst. 

Ich bin aktiv und erwarte immer, dass alle anderen auch so ticken wie ich selbst. Aber das ist nun einmal nicht so. Es gibt Menschen, die haben völlig andere Prioritäten als ich selbst und denen werde ich noch öfter in meinem Leben begegnen. Es ist eine Art Prüfung, an der du teilnimmst. Du wächst mit jedem Konflikt und jedem Depri-Blues der plötzlich aufsteigt. Mir sind bis jetzt die dunkelnen Phasen in meinem Leben große Lehrmeister gewesen.

Auch in meinem Alltag ist nicht immer alles heiterer Sonnenschein. Ich bin zwar freundlich und zuvorkommend, das heißt aber nicht das mein Leben völlig easy ist. Es gibt verschiedene Dinge, die mich persönlich sehr berühren, herausforderen und demotivieren. Was mir persönlich hilft? Mich motiviert und wieder and Licht bringt? Jeder Tunnel hat ein Anfang und ein Ende. Da ist immer wieder am Schluss ein Lichtblick: Gebe die Hoffnung niemals auf! Nach jedem Tief, geht es wieder steil bergauf :-).

Eine Sache ist wirklich wichtig: Dass du an dich selbst und deine Überzeugungen glaubst. Dass du das Licht, welches in dir lodert nicht zum Erlischen bringst. In dunklen Momenten lasse einfach alle Gefühle fliessen, schreibe sie nieder, geh in den Keller und brüll sie raus, renn in den Wald, ziehe dich zurück. Lasse es einfach Dasein-dieses Gefühl vom „ICH WEISS GRAD NICHT WO DAS ALLES HINFÜHRT UND ICH WEISS NICHT OB ICH ES RICHTIG MACHE ODER OB ICH JEMALS MEINE ZIELE ERREICHEN KANN!“ Stecke meinentwegen den Kopf mal einfach in den Sand. Warte ab. Sei im hier und jetzt. ATME. LASSE RUHE ZU! Es ist wichtig. Denn in der Ruhe liegt die Kraft.

Menschen, die zu einem Depri-Blues neigen, haben oft eine ganz feine Verbindung zu ihrer Seele. Sie können ganz viel wahrnehmen. Ihre Intuition ist stark, sie wissen es nur oftmals nicht. Es sind die kreativsten und helfenden Menschen: Oftmals sind Künstler, Musiker, Berater und Ärzte davon betroffen. Sie verlangen viel von sich selbst ab, körperlich und geistig. Und gönnen sich nur wenige Pausen. Manchmal implodieren sie dann einfach, weil sie ausgebrannt sind. Wenn sie dann in die Ruhe gehen, können sie ihre Energiereserven geistig und körperlich wieder auftanken.

Manchmal ist es wichtig NICHTSZUTUN, um wieder in den FLOW zu kommen. Ich gebe zu, ich habe große Mühe damit, aber auch ich habe gestern einfach auf der Couch herumgelegen und meinen aufsteigenden Depri-Blues zugelassen. Wenn wir es so annehmen wie es ist, dann geht es auch wieder Bergauf. Bitte hört auf, Eure Gefühle herunterzuschlucken oder zu verdrängen. Es endet nur mit Krankheit und Unzufriedenheit. Lasst Eure Emotionen einfach fließen. Stellt Euch vor, dass da ein Fluss ist, der alle Gefühle mitschwemmt. Und danach ist es dann wieder an der Zeit zu ErSTRAHLEN.