Veränderungen zum Positiven sollten eigentlich ganz einfach sein. Wenn du doch weißt, dass etwas zu deinem eigenen Vorteil ist, dann sollte das genügend Motivation sein, ein Projekt oder was auch immer die Veränderung beinhaltet, anzugehen. Leider tun sich die meisten Menschen nach wie vor sehr schwer mit dem Thema Veränderung. Was kannst du tun, damit es dir leichter fällt etwas in deinem Leben zu verändern? Lies weiter, wenn dich das interessiert…

Angenommen du möchtest umziehen. Da wo du gerade wohnst, gefällt es dir nicht wirklich. Der Vermieter hat die Miete angehoben und du bist der Meinung, dass du nicht mehr gewillt bist, diese hohe Miete für so eine Wohnung zu zahlen. Außerdem nervt dich die olle Nachbarin, die immerzu herumnörgelt, sobald sie dich im Hausflur, Waschkeller oder bei den Mülltonnen trifft.

Trotzdem fällt es dir irgendwie schwer, das Alte los zulassen, immerhin wohnst du jetzt schon acht Jahre dort und du magst die Bäckersfrau, bei der du die Brötchen kaufst, magst die Nähe zu Bus und Bahn und du hast keine große Lust auf einen Umzug mit Sack und Pack.

Dennoch wirst du nicht aktiv in Richtung Wohnungswechsel, weil du a) noch keine neue Wohnung gefunden hast, die dir gefällt und b) mit einem Umzug so viel Aufwand auf dich zukommt, dass du dich nicht aufraffen kannst etwas zu ändern. Ein Umzug kommt dir vor wie ein riesiger Elefant, der vor dir steht und dich überfordert.

Dein IST-Zustand ist nicht wirklich zufriedenstellend. Du strebst nach einer Verbesserung, einer Veränderung zum Positiven. Dass du allerdings erst einmal dafür ein wenig investieren musst, dass hindert dich daran, dein Ziel “neue Wohnung” zu erreichen.

Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass du unzufrieden bist und dass dich der jetzige Zustand nicht glücklich macht. Jede Zeit und jedes Geld, dass du investierst, um den jetzigen Zustand zu verbessern, wird dir weiterhelfen, um letztendlich glücklicher zu sein.

Der erste Schritt ist der Schönste.

Du verbindest dich mit deiner inneren Stimme und entdeckst deine tiefsten Wünsche und Bedürfnisse. Am besten setzt du dich einfach hin und malst dir in deiner Phantasie aus, wie du dir deine neue Wohnung vorstellst.

Beispielsweise hat sie ein Zimmer mehr, damit du dieses als Büro nutzen kannst, und du nicht immer mit all deinem Computerkram im Wohnzimmer sitzt, wo sich alles stapelt und die Ordnung verhindert.Außerdem könntest du mit deinem Arbeitgeber sprechen und vielleicht ein paar Sachen von zu Hause erarbeiten, weil du dann Zeit und Raum dazu hättest und nicht immer den Esstisch belegen würdest, um Bürokram vorzubereiten. An ein zwei Tagen von zu Hause aus zu arbeiten, könnte eine gute Sache sein.

Außerdem wäre es doch schön, wenn deine neue Wohnung ein schönes Bad hätte, vielleicht mit Badewanne. Dann könntest du da eine kleine Wellness-Oase erschaffen und dich nicht nur im Spa entspannen, sondern gleich bei dir zu Hause.

wellnessoase Angenommen die neue Wohnung hätte einen großen Balkon oder evtl. sogar einen kleinen Gartenbereich, dann könntest du dort so richtig auftanken und im Sommer draußen frühstücken und abends den Sonnenuntergang anschauen.

Male dir deine Traumvision von der neuen Wohnung in allen Facetten aus. Stelle dir vor, wie schön es dort ist und wie nett die Nachbarn sind und dass es ebenfalls in der Nähe eine Bäckerei mit noch freundlicheren Bäckersfrauen gibt. Und außerdem liegt diese Wohnung viel näher zu deinem Arbeitsplatz, du sparst Benzinkosten, stehst nicht mehr im Stau und kannst sogar mit dem Fahrrad dort hinfahren und tust gleichzeitig etwas für deine Gesundheit und schonst die Umwelt. Deine Freundin würde auch nicht mehr herumnörgeln, wenn sie dich besucht und wer weiß, vielleicht könntet ihr ja zusammenziehen?

mit deiner freundin zusammenziehen

Der zweite entscheidende Schritt zur Veränderung ist, dass du die jetzige Situation und deren Konsequenzen anschaust.

Je schwarzer du das Ganze sehen kannst, um so weniger kannst du den “IST” Zustand  weiter “aushalten”. Du wirst auf jeden Fall motiviert sein, nicht länger in dieser Warteschleife hängen zu wollen.  Male dir einmal die “Worst Case” (schlechtester Fall) Situation aus. Wenn du jetzt in diesem alten Zustand einfach verharrst, stagnierst und einfach alles so lässt wie es ist. Welche Nachteile hast du? Wie fühlst sich das an? Welche Konsequenzen hat es, wenn du in diesem Zustand bleibst und nichts veränderst?

Wenn du in der jetzigen Wohnung bleibst, dann zahlst du eine Miete für eine Wohnung, in der du in einem Senf-gelben Bad auf Toilette gehst, dass dich an die Windel-Unfälle der Kinder in deinem Freundeskreis erinnert. Wenn du in dein Bad gehst, hast du das Gefühl, dass du putzen kannst wie du willst, es mufft, weil die Rohre alt und schlecht verlegt sind und herumgepfuscht worden ist. Außerdem fehlt ein Fenster, um ordentlich lüften zu können, sodass sich allmählich gesundheitsschädigender Schimmel im Deckenbereich deines Bad bildet. Deine Dusche ist so schmal und niedrig, und da du recht groß bist, musst du dich immer ducken, um nicht mit deiner goldenen Birne gegen die schrägen Decken zu krachen.

Im Sommer ist es heiß, weil der Altbau nicht saniert, geschweige denn isoliert worden ist, im Winter heizt du im Ausmaß für zwei Haushalte und sitzt trotzdem mit dickem Wollpullover und doppelten Socken übereinander angezogen mit der Fleece-Decke auf der Couch, damit du dir nicht einen abfrierst.

Es zieht aus allen Ritzen und Ecken und die Rohre der alten Ölheizung knacken, sodass du manchmal nachts im Bett von deren Krach aufschreckst. An Ruhe ist in diesem Irrenhaus sowieso nicht zu denken, weil die Wände hellhörig sind, und die Nachbarn alle zu unterschiedlichen Tageszeiten recht laut ihre Geräte von Fernseher, über Radio bis zum Smootie-Bereiter im Einsatz haben.

lautstärke

Der Balkon ist so klein gehalten, dass du nicht mal einen Tisch und zwei Stühle darauf stellen könntest, geschweige denn deine Wäsche aufhängen kannst. Du musst deine dreckige Wäsche immer drei Etagen hinunter  in den Keller tragen, um dann im Waschkeller auf besagte Nachbarin zu treffen, die irgendwie immer etwas im Keller, an den Mülltonnen oder im Hausflur zu tun hat und geradezu auf dich wartet. Wie immer vollführt sie einen Wortwechsel mit dir, der eher einem Monolog gleicht, während du versuchst deinen Brechreiz zu unterdrücken, wenn dir ihr Geruch-Mix aus Knoblauchtabletten und Magenbitter entgegen strömt.

keller

Du wirst vielleicht irgendwann völlig austicken und der Frau an die Gurgel springen, damit sie aufhört dummes Zeug zu quatschen und es unterlässt abwechselnd Knoblauch und Alkohol in sich hineinzuschütten. Da ja immer irgendjemand im Keller ist, wirst du auf frischer Tat ertappt und ganz einfach wegen Totschlag im Affekt in eine Zelle verfrachtet. Von wegen neue Wohnung- es geht für dich im “Worst Case Szenario” mehrere Jahre hinter Gittern.

Ich glaube du hast jetzt den zweiten Schritt des “Worst Cases” (schlechtesten Falles) verstanden. Klar war das mächtig übertrieben. Aber wenn du einmal depressiv bist, weil du dich unwohl fühlst im derzeitigen IST-Zustand, dann gibt es keine Garantien, für emotionale Ausbrüche jeglicher Art, zu jeglicher Tageszeit und jeglichem Ort.

Der dritte Schritt ist, dass du dir eine Liste machst.

Diese Liste beinhaltet, alle notwendigen Schritte, die du angehen musst, um deine Veränderung zum Positiven (sprich die neue Wohnung) zu erreichen. Du teilst ein großes Projekt, in ganz viele kleine Unterpunkte auf, sodass es dir leicht fällt, diese Schritt für Schritt anzugehen. Die Veränderung erscheint dir leichter, weil du nicht mehr einen Riesenberg von unvorhersehbaren Aktionen vor dir siehst, was dich lähmt. Jetzt wo du dir mit einer Liste darüber im Klaren wirst, was tatsächlich zu tun ist, fällt es dir wesentlich leichter, dich für die Veränderung zu öffnen und die Punkte anzugehen.

Veränderung im Leben

Beispiele für eine Liste, um eine Veränderung in kleinen Schritten anzugehen:

  • Internetportale wie ebay-kleinanzeigen, immonet und immobilienscout24 checken
  • Freunde und Bekannte fragen, ob sie eine freie Wohnung wüssten und jene bitten Augen und Ohren für dich aufzuhalten–dabei die Wunschvorstellung unbedingt mitteilen.
  • Bei der Arbeit nachhören, ob es Wohnungen in der Nähe gibt, die frei sind
  • Augen auf– ganz oft hängen auch “zu vermieten” Schilder in den Fenstern von Wohnungen, wenn du zur Arbeit fährst bewusst drauf achten.
  • Ein eigenes Inserat setzen, ist ja kostenlos und wenn sich jemand meldet, ist es doch super.
  • Im Supermarkt die Pinnwände anschauen–und auch einen Aushang mit “Suche Wohnung”… dran pinnen.
  • In Erwägung ziehen, nicht zu mieten, sondern zu kaufen
  • Mit Bank wegen Finanzierung sprechen oder gebunkertes Geld nutzen (;O) falls du sowas hast, soll es ja geben)
  • Darüber nachdenken, mit jemanden zusammenzuziehen (Deine Freundin fragen, ob sie ihre Beziehung mit dir auf ein höheres Level bringen möchte!)
  • Wohnungen besichtigen
  • Unterlagen für Vermieter bzw. Bank vorbereiten (Löhne, Einkommenssteuerbescheid, Schufaauskunft)
  • Alte Möbel verkaufen, um nicht soviel Zeug mitzuschleppen
  • Kellerraum entmüllen und Zeug aussortieren–je weniger du mit nimmst, um so weniger musst du in Umzugskartons investieren, hineinpacken, sowie später tragen  bzw. für ein Umzugsunternehmen bezahlen
  • Sperrmüll bestellen für Sachen, die keiner abholen kommt.
  • Nachmieter suchen für Wohnung bzw. kündigen
  • Mit dem Nachmieter verhandeln, ob er Möbel oder Küche übernehmen möchte. Jeden Euro, den du da bekommst, kannst du in die neue Wohnung stecken.
  • neuen Mietvertrag unterschreiben bzw. Kaufvertrag der Eigentumswohnung unterzeichnen
  • umziehen
  • Veränderung genießen

 

Wenn du diese ganzen Schritte, in kleine Etappen aufteilst und jeden Tag einen Schritt angehst, dann hast du ganz schnell dein Ziel erreicht und eine Veränderung zum Positiven erfüllt dich mit großer Freude. Und dann fällt es dir gar nicht mehr schwer, all die kleinen Schritte zu gehen, weil du es in so kleine Portionen aufgeteilt hast, dass du es locker neben Job, Haushalt und Hobbies auf die Reihe bekommst, eine neue Wohnung zu finden, die Alte ziehen zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen.

Welche drei Powertools sind notwendig, um besser mit Veränderung parat zu kommen?

  1. Wunschzustand visualisieren
  2. Worst Case Szenario bildlich vorstellen
  3. Den großen Elefanten ( Die Veränderung) nicht direkt aufessen, sondern in kleine, leicht verdauliche Bissen aufteilen (don’t eat the elephant once a time–eat it in small bites)

Solltest du bei Schritt 3 noch nicht in Action kommen, dann waren Schritt 1 und Schritt 2 nicht intensiv genug und bedürfen mehr Phantasie. Dann nochmal von vorne Starten mit größerer Intensität)

Diese drei Schritte kannst du auf alle erdenklichen Veränderungen zum Positiven anwenden. 

Welche Auswirkungen haben die drei Schritte/Powertools auf mich?

a) Indem du dir den Wunschzustand vor Augen führst, weckst du deine Sehnsucht nach der Veränderung.

b) Indem du dir den schlechtesten Fall bewusst machst und das tiefe Unglück spürst, entsteht ein großer Widerstand zu dem Alten, dem IST-Zustand. Dieser Schritt dient zur Motivation, nach vorne zu gehen und sich für eine Veränderung zu öffnen.

c) Der dritte Schritt macht aus einer großen Sache, eine Angelegenheit, die in kleinen Etappen, wirklich überschaubar und realisierbar ist. Die Angst vor der Veränderung schwindet und du bist motiviert, deine Veränderung in kleinen, überschaubaren Schritten anzugehen.

Veränderung im Leben


Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dir dabei, offener für Veränderungen zu sein und motiviert dich, deine Projekte umzusetzen und neue Wege zu gehen.

Mich interessiert, was dir hilft, um besser mit Veränderungen klar zu kommen. Hast du ein Geheimrezept oder einen Trick, der dir hilft flexibel und offen für neues zu sein? Nutze die Kommentarfunktion, um anderen Lesern und mir deine Herangehensweise zu erläutern. Ich freue mich, andere Taktiken kennen zulernen.

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